«Die Jungen sind einfach faul!» – warum dieses Denken für Ihr Unternehmen brandgefährlich ist
Hören Sie das auch manchmal im Flurfunk? Oder denken Sie es vielleicht sogar selbst? Die Debatte um die Gen Z, Babyboomer und Millennials fühlt sich oft wie ein unlösbarer Konflikt an.
Laut Gallup kostet mangelndes Engagement die Schweizer Wirtschaft jährlich über 15 Milliarden Franken an Produktivitätsverlust. Und ein Grossteil davon beruht auf nur drei Denkfehlern.
Beim vierten Bontique Lunch & Learn hat der renommierte Führungskräfte-Coach Stefan Trappitsch aufgeräumt – mit Mythen, Vorurteilen und teuren Management-Fehlern. Hier sind seine drei grössten Erkenntnisse.
Denkfehler #1: „Die Gen Z ist faul.“
Wirklich? Schauen wir auf die Fakten.
Eine Deloitte-Studie von 2023 zeigt: 77 % der Gen Z sind bereit, mehr zu leisten, wenn ihre Arbeit einen klaren Sinn hat. Das Problem ist nicht die Leistungsbereitschaft, sondern oft ein fehlendes Warum. Sie arbeiten nicht weniger, sie hinterfragen nur mehr.
Ein eindrückliches Beispiel lieferte der Referent Stefan Trappitsch selbst mit seinem Charity-Lauf: Nicht der Bonus motivierte zur Höchstleistung, sondern das klare Warum – ein Projekt für Kinder zu unterstützen. Ein starker Sinn entfesselt ein Leistungsniveau, das mit Geld allein kaum zu erreichen ist.
Denkfehler #2: „Wertschätzung ist für alle gleich.“
Falsch. Das Bedürfnis nach Anerkennung ist universell. Aber die „Sprache“, in der sie ankommt, ist es nicht.
Robin Frei, Co-Founder von Bontique, nennt das treffend „Wertschätzungs-Dialekte“. Babyboomer schätzen oft Stabilität und formelle Anerkennung, während die Gen Z auf Flexibilität und sofortiges, authentisches Feedback anspringt. Der grösste Führungsfehler? Anzunehmen, der eigene Dialekt sei die Weltsprache.
Denkfehler #3: „Wertschätzung ist ein Soft-Skill.“
Das ist der teuerste Irrtum von allen. Wertschätzung ist keine nette Geste. Sie ist harte Biologie und ein knallharter Business-Faktor.
Unternehmen mit einer starken Anerkennungskultur haben laut Studien eine um bis zu 31 % niedrigere freiwillige Kündigungsrate. Echte, glaubwürdige Anerkennung setzt zudem das Bindungshormon Oxytocin frei und senkt das Stresshormon Cortisol. Wer hier spart, optimiert nicht die Kosten – er sabotiert die Grundlage für Spitzenleistung.
Die Basis dafür ist laut Stefan Trappitsch die Selbstfürsorge der Führungskraft – die berühmte Sauerstoffmaske im Flugzeug: Wer selbst keine Luft bekommt, kann niemanden retten. Nur wer auf die eigenen Ressourcen achtet, hat die Energie, dem Team echte Wertschätzung zu schenken.
- Ein spontanes, spezifisches „Danke“ im Alltagsstress.
- Eine 1-Minuten-Message nach einem Projektabschluss.
- Ein 1:1, das mit „Wie geht es dir wirklich?“ beginnt.
Diese kleinen Dosen wirken nachhaltiger als eine grosse Bonuszahlung.
Fazit: Es gibt keinen Generationen-Krieg
Wer weiter auf den Mythos vom Generationenkonflikt setzt, riskiert nicht nur Talente – sondern die Zukunft seines Unternehmens.
Die vermeintlichen Gräben sind oft Kommunikationsprobleme. Ihre Aufgabe als Führungskraft ist es, die richtigen Fragen zu stellen und die unterschiedlichen Sprachen der Wertschätzung zu lernen.
„Es geht nicht um richtig oder falsch. Es geht darum, dass wir Lösungen finden. Mehr miteinander – weniger gegeneinander.“ (Stefan Trappitsch)
Warum Wertschätzung so unglaublich wichtig ist
Belohnungen und Anerkennungen für Mitarbeitende sind weit mehr als ein „Nice-to-have“ – sie sind ein wirkungsvolles Instrument, um eine Kultur aufzubauen und gute Mitarbeitende zu halten.
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