Lunch & Learn

Lunch & Learn Vol. 2: Das Geheimnis loyaler Mitarbeiter

B
Bontique  ·  4 Min Lesezeit

Auf einen Blick

  • Loyalität entsteht nicht über den Lohn: 41 Prozent nennen fehlende Wertschätzung als Kündigungsgrund (McKinsey, 2022).
  • Wertschätzung ist messbar wirksam, von höherer Bindung bis zu einem bis zu 4,6-fach stärkeren Engagement.
  • Anerkennung ist erlernbar. Jeder Mensch hat seine eigene Sprache der Wertschätzung und kleine Gesten lassen sich üben.

Mitarbeiterbindung durch Wertschätzung beginnt nicht bei der Lohnabrechnung. Ein Mitarbeiter bekommt mehr Lohn und kündigt trotzdem ein halbes Jahr später. Klingt paradox, ist es aber nicht. Geld wirkt kurz, dann wird es zur Selbstverständlichkeit.

Laut McKinsey (2022) nennen 41 Prozent fehlende Wertschätzung als Grund, ein Unternehmen zu verlassen. Wer Loyalität will, muss also an einer anderen Schraube drehen als am Salär.

Beim zweiten Bontique Lunch & Learn in Zürich ging Keynote-Speakerin Raphaela von Rohr, Gründerin von PASSIONELA und Wellbeing Consultant, genau dieser Frage nach: Was ist das Geheimnis loyaler Mitarbeiter? Hier sind ihre drei wichtigsten Erkenntnisse.

1Wertschätzung ist eine Bindungs-Rechnung, kein Soft-Skill

Wer Wertschätzung konsequent lebt, sieht es in den Zahlen. Von Rohr legte gleich ein ganzes Bündel auf den Tisch: 14 Prozent höhere Bindung (Deloitte 2015), 31 Prozent produktivere Mitarbeiter (Harvard Business Review 2016) und 27 Prozent längere Betriebszugehörigkeit (TINYpulse 2015).

Ihr Bild dazu: Wertschätzung wirkt wie ein Windrad. Sie gibt Schwung, der sich fortsetzt in Zufriedenheit, tieferer Fluktuation, Wissenstransfer und am Ende in Unternehmenserfolg. Wer hier spart, dreht das Rad von Hand.

4,6x
höheres Mitarbeiterengagement in Unternehmen mit starker Anerkennungskultur (Gallup 2020).

2Jeder Mensch spricht eine andere Sprache der Wertschätzung

Angelehnt an die fünf Sprachen der Liebe von Gary Chapman zeigte von Rohr, dass Anerkennung nicht bei allen gleich ankommt. Die einen brauchen Lob, andere gemeinsame Zeit, ein Geschenk, spürbare Hilfsbereitschaft oder schlicht echte Nähe.

Der häufigste Führungsfehler: anzunehmen, die eigene Sprache sei die Weltsprache. Wer in der falschen Sprache lobt, wird nicht gehört, egal wie gut er es meint.

Praxis-Tipp: Finden Sie die Wertschätzungssprache jedes Teammitglieds heraus, bevor Sie anerkennen. Eine einzige Frage genügt oft: Was war die beste Anerkennung, die du je bekommen hast?

3Wertschätzung kann man lernen

Die vielleicht befreiendste Botschaft des Mittags: Wertschätzung ist kein Talent, sondern eine Übung. Von Rohr machte es mit der Wertschätzungsdusche erlebbar, in Dreiergruppen überschütten zwei Personen das dritte Mitglied drei Minuten lang mit ehrlicher Anerkennung. Wirkt simpel, wirkt aber.

Dazu kamen alltagstaugliche Werkzeuge wie ein Wertschätzungskorb oder persönliche Wertschätzungskarten. Entscheidend ist nicht die Grösse der Geste, sondern dass sie zur Gewohnheit wird, vom sozialen über das finanzielle bis zum körperlichen Wohlbefinden.

Praxis-Tipp: Testen Sie die Wertschätzungsdusche im nächsten Teammeeting, drei Minuten pro Person. Sie kostet nichts ausser Aufmerksamkeit und verändert den Ton im Team sofort.

Product Minutes: Wenn Anerkennung zurückkommt

Dass sich Wertschätzung sichtbar machen lässt, zeigte Lars Hvidt, CPO von Bontique. Die Bontique-Experience ist mehr als ein Gutschein, sie spielt mit dem Wertschätzungs-Boomerang die Reaktion der Beschenkten zurück ins Dashboard. So wird aus einem Geschenk ein Dialog. Über 4500 Rückmeldungen aus rund 550 Unternehmen zeigen, wie stark dieser Rückkanal wirkt.

„Wertschätzung ist kein Bonus, den man verteilt, sondern eine Sprache, die man lernen kann.“Raphaela von Rohr (sinngemäss)

Fazit: Loyalität ist kein Zufall, sondern eine Haltung

Geld kauft Anwesenheit, Wertschätzung gewinnt Loyalität. Mitarbeiterbindung durch Wertschätzung gelingt, wenn man Anerkennung individuell, ehrlich und regelmässig lebt, ganz ohne den nächsten Lohnsprung. Aus dieser Überzeugung baut Bontique seit Jahren Produkte für gelebte Wertschätzung, mit passion for corporate culture.

Die Referenten

Porträt von Raphaela von Rohr

Raphaela von Rohr ist Gründerin und Inhaberin von PASSIONELA und als Wellbeing Consultant tätig. Sie begleitet Unternehmen rund um Wohlbefinden, Wertschätzung und Mitarbeiterbindung und zeigt, wie Anerkennung im Arbeitsalltag konkret gelingt.

Porträt von Lars Hvidt

Lars Hvidt ist Chief Product Officer und Head of Growth von Bontique, der Schweizer Plattform für Multibrand-Gutscheine und Mitarbeiterwertschätzung. Er verantwortet die Bontique-Experience und bringt über fünfzehn Jahre Erfahrung in Produktmanagement, UX und Growth mit, unter anderem aus elf Jahren bei JobCloud (jobs.ch, jobup.ch), sowie einen MAS in Human Computer Interaction Design. In den Product Minutes zeigt er, wie sich Wertschätzung digital gestalten und messbar machen lässt.

Häufige Fragen zur Mitarbeiterbindung durch Wertschätzung

Was ist das Geheimnis loyaler Mitarbeiter?

Gelebte Wertschätzung. Wer Anerkennung individuell, ehrlich und regelmässig zeigt, bindet seine Mitarbeiter stärker als über Lohn oder Boni allein.

Sind Geld und Boni nicht wirksamer als Wertschätzung?

Geld bindet kurzfristig und wird schnell zur Selbstverständlichkeit. Wertschätzung wirkt länger: Laut McKinsey (2022) nennen 41 Prozent fehlende Anerkennung als Kündigungsgrund.

Was sind die fünf Sprachen der Wertschätzung?

Angelehnt an Gary Chapman: Lob, gemeinsame Zeit, Geschenke, Hilfsbereitschaft und echte Nähe. Jeder Mensch spricht bevorzugt eine davon.

Kann man Wertschätzung lernen?

Ja. Wertschätzung ist eine Übung, keine Begabung. Kleine, wiederholbare Gesten wie die Wertschätzungsdusche oder eine persönliche Karte machen sie zur Gewohnheit.

Warum Wertschätzung den Unterschied macht

Belohnungen und Anerkennung sind weit mehr als ein Nice-to-have. Sie sind ein wirkungsvolles Instrument, um eine starke Kultur aufzubauen und gute Mitarbeiter zu halten.

Jetzt E-Book herunterladen

Mehr aus der Lunch & Learn-Reihe

Quellen

  • Studienzahlen wie in der Keynote angegeben: McKinsey (2022), Deloitte (2015), Harvard Business Review (2016), TINYpulse (2015), Gallup (2020).
  • Gary Chapman, „Die fünf Sprachen der Liebe“ (Grundlage der fünf Sprachen der Wertschätzung).
  • Keynote Raphaela von Rohr (PASSIONELA), Bontique Lunch & Learn Vol. 2, 30. Januar 2025. Bontique-Kennzahlen: rund 4500 Rückmeldungen aus rund 550 Unternehmen (Stand Präsentation).

Über Bontique

Mit unserer einfachen und intuitiven Plattform helfen wir Ihnen, Ihre Wertschätzungskultur zu steigern. Wir bewahren dabei die Handschrift Ihres Unternehmens und maximieren die Individualisierung Ihrer Mitarbeitenden. Denn wir sind überzeugt: Die Mitarbeitenden sind das höchste Gut eines Unternehmens, weshalb es sie wertzuschätzen gilt. Mit den Bontique-Checks sagen Sie deshalb individuell und massgeschneidert Danke – zum Firmenjubiläum, zum Geburtstag oder zur geglückten Produktelancierung.

Weiterlesen

Weitere Blogbeiträge zum Thema Wertschätzung

Die wichtigsten Erkenntnisse Eine Gallup-Studie zeigt: In der Schweiz sind viele Arbeitnehmende unzufrieden und leisten nur Dienst nach Vorschrift. Viele...
Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick Erinnerung ist selektiv: Menschen erinnern sich besonders an emotionale Höhepunkte (Peaks) und das Ende....
Was kostet mehr: ein Bonus oder ein unausgesprochenes „Danke“? Was Wertschätzung psychologisch leisten kann – und was HR oft vergisst....