Patchwork-Karriere – die Revolution des Lebenslaufs

Patchwork – ein Flickwerk, bei dem einzelne Elemente ein Ganzes formen. 

Auch wir Menschen sind komplexe Persönlichkeiten mit vielfältigen Interessen und oftmals mehreren Standbeinen – Familie, Beruf, Hobbies. Unsere Welt verändert sich – schnell und tagtäglich – und wir tun dies ebenso. Unsere Werdegänge sind längst nicht mehr linear und von einem klaren roten Faden durchzogen, sondern setzen sich heute aus einzelnen Stationen zusammen. Kürzere Arbeitsverhältnisse, verschiedene Arbeitgeber und unterschiedliche Fachbereiche, Branchen oder gar Berufe – das ist 2021. 

Was also sind die Nachteile einer Patchwork-Karriere? 

Experten raten, nach 7 Jahren einen Jobwechsel zu vollziehen und diesen als Chance statt als Risiko zu betrachten. Aber was, wenn man sich bereits nach zwei, drei Jahren einer neuen Herausforderung annimmt? 

Gerade dies wird den sogenannten „Jobhoppern“ oft zum Verhängnis. Mangelnde Tiefe an Fachkenntnissen, fehlende Führungserfahrungen und geringe messbare oder vorzuweisende Erfolge sind oft die Begründung für Absagen. Noch immer werden Bewerbende mit solchen Lebensläufen häufig ziel- und planlos genannt und in einem Bewerbungsverfahren schnell aussortiert. Recruitern scheint das Risiko zu hoch zu sein, die Personen könnten das Unternehmen schon bald wieder verlassen und dadurch eine teure Fehlbesetzung darstellen. Es bedarf deswegen mehr Erklärungsbedarf für die Lücken, Wechsel und Abbrüche. 

Zudem erschweren eben diese das Erreichen beruflicher und privater Ziele, da sich die finanzielle Lage oft und schnell ändert und eine gewisse Kontinuität sowie Absehbarkeit fehlt. 

Aber was steckt wirklich hinter Patchwork-Karrieren?

Jobwechsel, Studiumsabbrüche, Neuorientierungen, Reisepausen, Startup-Gründungen, Elternzeit, befristete Verträge – eine „Mosaik-Karriere“ zeichnet sich durch einen hohen Grad an Einzigartigkeit aus. Es sind Menschen mit besonders vielen Interessen und Talenten. 

Durch die vielen einzelnen Abschnitte im beruflichen Leben verfügen Patchworker über interdisziplinäre Kompetenzen und eine hohe Flexibilität. Durch ihren Erfahrungsschatz können sie über den Tellerrand blicken und Zusammenhänge zwischen Abteilungen oder ganzen Branchen besser verstehen. Jede neue Arbeitsstelle fordert zudem erneut Team-, Konflikt- und Anpassungsfähigkeit und erweitert dadurch die sozialen Kompetenzen. Die „Soft Skills“ von Patchworkern gehen über die gelernte Fachkompetenz aus und bewähren sich lebenslänglich. 

Es wird deutlich: für Patchwork-Lebensläufe braucht man sich längst nicht mehr schämen. Es zeugt von Selbsteinschätzung und Mut. Durch den Einblick und die Tätigkeit in unterschiedlichen Arbeitsverhältnissen entwickeln sich klare Vorstellungen des eigenen Berufslebens. 

 

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